Zeit der Stille – Ruhe und Erholung pur!

Ganz im Vertrauen. Diese Idee wurde geboren, als ich dringend etwas Ruhe brauchte, und nach einem Ort suchte, an dem ich gut aufgehoben bin, mit Nahrung versorgt wurde und ohne jede Menschenseele einfach nur für mich sein konnte. Ich fand ihn in der Eifel – in den Zenklausen. Dort hatte ich endlich einmal Zeit nur für mich. Die alltäglichen Dinge tun, ohne jede Ablenkung, um ganz im Hier und Jetzt zu sein. Gespannt war ich, ob ich es aushalten würde, ohne Handy, Tablet oder Fernseher. Ganze vier Tage. Von mir selbst überrascht, habe ich mich so wohl gefühlt, wie schon lange nicht mehr. Alles ist möglich, wenn du dich darauf einlässt und lernst die wahren Schätze deines Selbst zu erkunden.

Aber mal der Reihe nach. Es gibt Situationen oder veränderte Umstände im Leben, die dich einfach fordern und manchmal auch an den Rand deiner Kräfte bringen können. Eine Krankheit zum Beispiel oder die Herausforderung des Älter werdens, oder eine ständige Überforderung durch überhöhte Ansprüche und Perfektionsdenken. Auch eine Winterdepression, oder bei uns Frauen die Hormonumstellung können eine Rolle spielen, um plötzlich in ein tiefes Loch zu fallen und keine Lebensfreude mehr zu empfinden. Ich, die ich mein Leben lang nur so gesprüht habe vor guten Gefühlen und Glück, konnte das überhaupt nicht fassen, und ehrlich, es hat mir Angst gemacht.

Meiner Meinung nach ist es recht schwer, ohne Hilfe da wieder raus zu kommen. Selbst wenn dein Kopf weiß, WAS Du alles tun KÖNNTEST, damit es dir wieder besser geht. Mit Licht und Farben spielen, sich gute Düfte oder Massagen gönnen, schöne Musik hören, Meditieren, im Wald spazieren gehen, Freundinnen treffen. Ja, der Kopf weiß es, aber deine Seele, Dein Innerstes, fühlt nichts mehr.

Aber was machst du, wenn nichts von alledem hilft? Ich habe mich ziemlich stur gestellt, das anzunehmen und vor allem hat es sehr lange gedauert, bis ich den Mut gefasst hatte, mit anderen Menschen, die mir nahe stehen, darüber zu sprechen. Ich wollte zum einen Niemanden beunruhigen und ich dachte über lange Zeit, das ginge von alleine wieder weg. Einfach so über Nacht, so wie es kam. Aber vermutlich kam es nicht einfach so über Nacht und war ein jahrelanger Prozess, den ich einfach verdrängt hatte. Gefangen in meiner Tätigkeit, immer auf der Überholspur des Lebens, immer etwas Neues lernen und umsetzen im Geschäft. Voll fokussiert auf Erfolg. Mein Geschäft wurde zu meinem Lebensinhalt. Bis ich gespürt habe, das kann ja wohl nicht alles gewesen sein! Und wenn dir dann die Alternativen fehlen, weil sie einfach nicht da sind, dann kann es in dir ganz ungemütlich werden. Ja, die Corona Krise hat vieles in mir hochgeholt, was ich über Jahre unterdrückt hatte. Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass alleine diese Auszeit in den Zenklausen geholfen haben, aus meinem Tief zu kommen. Es war ein 4 Jahre dauernder Prozess mit Hilfe von Büchern, Onlinekursen, persönlichen Gesprächen mit Freunden und Freundinnen sowie erst kürzlich einem 1 zu 1 Coaching – über das ich noch schreiben werde. Dennoch war diese kleine Auszeit eine ganz Besondere.

Zurück zu meiner Zeit in den Zenklausen. Ich wurde von Markus, dem Besitzer, sehr freundlich empfangen. Er spazierte, ganz in Zen Manier, gemütlich mit mir gemeinsam durch die Anlage und gab mir eine erste Einweisung in achtsamen Gehen und Erleben der Natur. Völlig fasziniert von den vielen kleinen Ruheplätzen und dem naturbelassenen Gelände, gab ich mich völlig dem Augenblick hin. Mein kleines Häuschen war einfach eingerichtet und doch von einer heimeligen Atmosphäre. Der Kühlschrank gut gefüllt, mit allem was es braucht, um Frühstücken und Abendbrot essen zu können. Mittags gab es von Jessica ein frisch zubereitetes vegetarisches Essen vom Feinsten. Besonders angezogen fühlte ich mich von dem kleinen Meditationsplatz, direkt unterm Dach, welcher durch eine schmale, weiße Holztreppe zu erreichen ist. Mich mal nur mit mir beschäftigen, das hat mir gut getan. Kaffee machen wie früher, also Wasser aufsetzen und Filter benutzen. Irgendwie hatte das etwas. Natürlich das Geschirr selbst spülen, alles aufräumen, Bett machen und was sonst noch so zu tun ist im alltäglichen Leben. Aber die Krönung war der kleine „Bollerofen“ mitten in der „Hütte“, den ich selbst anfeuern durfte. Naja, eine Anweisung war schon nötig, denn so etwas hatte ich selbst noch nie getan und kannte das nur noch vage aus meiner frühesten Kindheit oder von Erzählungen meiner Mutter. Abends dann vom Bett aus das knisternde Feuer beobachten, war einfach unfassbar beruhigend und schön. Das werde ich auf jeden Fall wieder machen und kann es nur empfehlen.

Deine Susanne